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MacBook Pro mit Touchscreen: Apple erklärt, warum es so lange gedauert hat

Jahrelang lehnte Apple Touchscreens für den Mac ab. Mit dem neuen MacBook Pro ändert sich das. In einem Interview erklären Apple-Führungskräfte, warum der Konzern seine Haltung überdacht hat und weshalb die Technik aus ihrer Sicht erst jetzt bereit für den Mac ist.

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Apple hat mit dem neuen MacBook Pro erstmals einen Mac mit Touchscreen vorgestellt. Damit verabschiedet sich das Unternehmen von einer Haltung, die es über viele Jahre konsequent vertreten hat. In einem Interview mit Wired erklären Apple-Chef John Ternus und weitere Führungskräfte, warum der Konzern seine Meinung geändert hat.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Apple bringt erstmals einen Touchscreen ins MacBook Pro
  • Tastatur und Trackpad bleiben die wichtigsten Eingabemethoden
  • OLED-Technik und neue Kühlung ermöglichen die Integration
  • Ein verstärktes Scharnier stabilisiert den Bildschirm
  • Marktstart am 6. November 2026, ab 2.899 US-Dollar

Touchscreen soll Tastatur und Trackpad ergänzen

Für Apple bleibt der Mac auch mit berührungsempfindlichem Display in erster Linie ein Computer, der über Tastatur und Trackpad bedient wird. John Ternus betont im Gespräch mit Wired, dass die direkte Bedienung des Bildschirms lediglich eine zusätzliche Möglichkeit sein soll.

Der Konzern wollte demnach vermeiden, dass ein Touchscreen die bisherigen Eigenschaften des MacBook Pro beeinträchtigt. Insbesondere Gewicht und Gehäusedicke sollten durch die neue Technik nicht zunehmen.

Die Voraussetzungen dafür seien erst mit der aktuellen Displaygeneration erfüllt worden. Das neue MacBook Pro kombiniert die Touchfunktion mit einem OLED-Bildschirm, den Apple als seinen bislang besten Mac-Bildschirm bezeichnet.

OLED erklärt!

OLED steht für „Organic Light Emitting Diode“. Anders als bei klassischen LCD-Bildschirmen erzeugen die einzelnen Bildpunkte ihr Licht selbst. Dadurch können OLED-Displays echtes Schwarz darstellen und besonders hohe Kontraste erreichen. Da keine separate Hintergrundbeleuchtung benötigt wird, lassen sich entsprechende Bildschirme zudem besonders dünn bauen.

Warum Apple bisher gegen Touchscreens war

Apples bisherige Ablehnung hatte vor allem ergonomische und softwareseitige Gründe. Schon 2015 erklärte der damalige Marketingchef Phil Schiller, dass die Bedienung eines aufrecht stehenden Computerbildschirms mit den Fingern auf Dauer unbequem sei.

Außerdem seien macOS und die Betriebssysteme von iPhone und iPad bewusst für unterschiedliche Eingabemethoden entwickelt worden. Während Touchoberflächen größere Bedienelemente benötigen, setzt macOS traditionell auf die präzise Steuerung mit einem Mauszeiger.

An dieser grundsätzlichen Trennung hält Apple weiterhin fest. Allerdings hat das Unternehmen die Benutzeroberfläche inzwischen angepasst. Bei der Touchbedienung können sich beispielsweise Menüeinträge und bestimmte Fensterschaltflächen vergrößern, damit sie leichter mit dem Finger getroffen werden.

Neue Technik soll bisherige Probleme lösen

Apple-Hardwarechef Johny Srouji verweist im Interview auf die Fortschritte der vergangenen zehn Jahre. Sowohl die Displaytechnik als auch die eigenen Prozessoren und die Software hätten sich ausreichend weiterentwickelt, um Apples Anforderungen an einen Touchscreen zu erfüllen.

Dazu gehört auch eine überarbeitete Kühlarchitektur. Sie soll verhindern, dass sich der Bildschirm bei direkter Berührung unangenehm warm anfühlt.

Eine weitere Änderung betrifft das Displayscharnier. Apple hat es verstärkt, damit der Bildschirm beim Tippen und Wischen möglichst stabil bleibt und nicht bei jeder Berührung nachgibt.

Auch Fingerabdrücke waren bei der Entwicklung ein Thema. Eine spezielle Antireflexbeschichtung soll laut Apple dafür sorgen, dass der Touchscreen nicht häufiger gereinigt werden muss als ein herkömmliches Notebook-Display.

Nutzerverhalten hat sich verändert

Neben den technischen Fortschritten spielt offenbar auch die veränderte Erwartungshaltung der Kundschaft eine Rolle. Apple-Marketingchef Greg Joswiak erklärt, dass sich insbesondere professionelle Anwender schon länger eine direkte Bildschirmbedienung wünschen.

Viele dieser Anwender nutzen bereits ein iPhone oder iPad und sind deshalb an Touchgesten gewöhnt. Gerade jüngere Menschen, die mit berührungsempfindlichen Displays aufgewachsen sind, erwarten laut Joswiak entsprechende Funktionen zunehmend auch von einem Notebook.

Apple demonstrierte gegenüber Wired unter anderem die Touchbedienung professioneller Anwendungen wie DaVinci Resolve und Logic Pro. Auch die vom iPhone bekannte Dynamic Island lässt sich auf dem neuen MacBook Pro über eine Touchgeste aufrufen.

Touchscreen bleibt vorerst dem teuren MacBook Pro vorbehalten

Die neuen MacBook-Pro-Modelle mit OLED-Touchscreen können ab heute vorbestellt werden. Die Auslieferung beginnt am 6. November. Das 14-Zoll-Modell startet bei 3.299 Euro, während für die 16-Zoll-Version mindestens 3.899 Euro fällig werden.

Ob die Touchbedienung künftig auch auf günstigere Macs wie das MacBook Air oder auf den iMac kommt, ist derzeit offen. Auf eine entsprechende Frage wollte sich Ternus nicht zu möglichen zukünftigen Produkten äußern.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apple vollzieht mit dem Touchscreen-MacBook einen bemerkenswerten Kurswechsel. Die technischen Erklärungen sind nachvollziehbar, allerdings waren berührungsempfindliche Notebook-Displays bei anderen Herstellern schon lange verfügbar. Dass Apple jetzt nachzieht, dürfte deshalb nicht allein an den Fortschritten bei der Hardware liegen. Auch die Gewohnheiten der Nutzer haben sich verändert. Positiv ist, dass Apple die Touchbedienung offenbar als Ergänzung versteht, statt das bewährte Bedienkonzept des Mac grundsätzlich umzustellen. Der hohe Einstiegspreis schränkt den Kreis potenzieller Käufer allerdings deutlich ein.

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